01.07.2026
Geplantes Umspannwerk im Suchraum Petersgmünd: Großer Bürgerandrang bei der Gemeinderatssitzung in Röttenbach
Röttenbach - Juni 2026 -Die Junisitzung des Gemeinderates stieß auf außergewöhnlich großes Interesse. Der Rathaussaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, zahlreiche Besucherinnen und Besucher mussten sogar stehen. Grund für den großen Andrang war Tagesordnungspunkt 5 der öffentlichen Sitzung: die Information der Regierung von Mittelfranken zum Verfahren für das geplante Umspannwerk im Suchraum Petersgmünd.
Ein von der Bürgerinitiative „NEIN zum Umspannwerk“ und dem Gemeinderat gemeinsam ausgearbeiteter Fragenkatalog war der Regierungsvertreterin bereits im Vorfeld übermittelt worden und bildete die Grundlage für die umfassenden Informationen während der Sitzung.
Informationen der Genehmigungsbehörde
Frau Dr. Leuzinger, zuständige Bereichsleiterin der Regierung von Mittelfranken für Wirtschaft, Landesentwicklung, Verkehr sowie die Stabsstelle Energiewende, zu der auch die Netzentwicklung in Mittelfranken gehört, informierte aus Sicht der Genehmigungsbehörde über den aktuellen Sachstand.
An dieser Stelle gilt allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön für den sachlichen, respektvollen und konstruktiven Austausch.
Dr. Leuzinger erläuterte die drei möglichen Genehmigungsverfahren: das Planfeststellungsverfahren, eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sowie ein Baugenehmigungsverfahren. Nach derzeitigem Stand kommt für den geplanten Netzkuppler jedoch ausschließlich ein Planfeststellungsverfahren infrage. Für dessen Durchführung bis zur abschließenden Entscheidung ist derzeit mit einer Verfahrensdauer von etwa zwei Jahren zu rechnen.
Favorisierter Standort und weitere Themen
Darüber hinaus erläuterte Dr. Leuzinger, dass sich die Firma TenneT inzwischen auf einen bevorzugten Standort innerhalb des Suchraums festgelegt hat. Favorisiert wird die sogenannte „Fläche Ost“ in der Flur zwischen Oberbreitenlohe und der Staatsstraße 2224. Mit diesem Standort soll nun das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.
Weitere Themen waren unter anderem die einzuhaltenden Abstandsflächen, der notwendige Kompensationsausgleich, die unterschiedliche Bewertung und der Schutzstatus von Wald- und Ackerflächen sowie die Möglichkeit von Enteignungen im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens.
Außerdem informierte die Regierungsvertreterin über die Erfolgsaussichten einer Erweiterung des Suchraums. Auf Nachfrage aus der Bürgerschaft stellte sie klar, dass das Verfahren zum Netzkuppler und das Projekt Franken-Schwaben-Leitung (P490) zwei voneinander unabhängige Verfahren sind.
Gemeindeverwaltung prüft alternative Standorte
Aufgrund der veränderten Sachlage beim Westbayernring wird die Gemeindeverwaltung erneut das Gespräch mit TenneT suchen. Ziel ist es, alternative Standorte innerhalb des Suchraums zu prüfen und einzufordern.
Eine realistische Chance auf eine alternative Lösung besteht allerdings nur dann, wenn ein Standort gefunden werden kann, der vergleichbare technische und planerische Voraussetzungen erfüllt und gleichzeitig günstigere Eigentumsverhältnisse aufweist.
Weitere öffentliche Informationsveranstaltung Ende Juli
Für Ende Juli ist eine weitere öffentliche Gemeinderatssitzung geplant. Hierzu werden Vertreter der Firma TenneT sowie der N-Ergie erwartet, um den aktuellen Stand des Projekts und offene Fragen mit dem Gemeinderat sowie der Bürgerschaft zu erörtern.
Den genauen Sitzungstermin wird die Gemeinde rechtzeitig bekannt geben.
Es berichtet:
Franz Josef Mühling
Gemeinderat seit: Mai 2016
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