15.10.2025
Westbayernring: Gemeinde Röttenbach reicht Bedenken zur neuen Stromtrasse ein – Ortsteil Niedermauk besonders betroffen

Röttenbach - Oktober 2025 - Im Rahmen der Raumverträglichkeitsprüfung (RVP) für die geplante 380-kV-Trasse Westbayernring von Raiterseich über Ingolstadt bis nach Sittling können derzeit Träger öffentlicher Belange, Gemeinden, Vereine und auch Privatpersonen ihre Stellungnahmen und Bedenken bei der Regierung von Mittelfranken einreichen. Da die Gemeinde Röttenbach durch die geplante neue, parallel zur bestehenden Leitung verlaufende Trasse massiv betroffen wäre, hat sich der Hauptverwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 13. Oktober 2025 ausführlich mit der Thematik befasst.

Ortsteil Niedermauk droht „Einkesselung“

Nach aktueller Planung würde der vorgesehene Trassenkorridor den Ortsteil Niedermauk im Norden umfahren. Das hätte jedoch gravierende Folgen:
Durch die bereits bestehende 380-kV-Leitung im Süden wäre der gesamte Ortsteil zwischen zwei Hochspannungsleitungen eingekesselt.

Eine solche Konstellation würde die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten Niedermauks erheblich einschränken und aus Sicht der Gemeinde keine tragfähige Planungsgrundlage darstellen.

Vorschlag aus der Bürgerschaft überzeugt Verwaltung und Ausschuss

Positiv bewertet wurde der Vorschlag eines Anwohners, der eine alternative Trassenführung anregte:
Es liegt der Verwaltung ein Vorschlag vor, die bestehende Leitung etwa 260-300 Meter in südlicher Richtung zu verschieben. Somit könnte die neu zu erstellende Leitung in einem Abstand von etwa 260-300 Meter zu den südlichsten Wohngebäuden Niedermauks gestellt werden.
Diese Lösung würde die Belastung für den Ortsteil verringern und die räumliche Entwicklung langfristig sichern.

Die Verwaltung bewertete diesen Ansatz als sehr konstruktiv, und der Vorschlag diente dem Hauptverwaltungsausschuss als Arbeitsgrundlage für die gemeindliche Stellungnahme.

Gemeinsames Vorgehen aller Fraktionen

Derzeit wird der von der Verwaltung erarbeitete Entwurf der Bedenkenanmeldung weiter ergänzt.
Bis zum 03. November 2025 wollen die Fraktionen des Gemeinderats gemeinsam zusätzliche Argumente und Vorschläge erarbeiten, um die Interessen der Gemeinde geschlossen zu vertreten.

Ein zentrales Anliegen ist es, die Lebensqualität und Entwicklungsmöglichkeiten der betroffenen Ortsteile zu sichern, ohne die übergeordneten Energieziele aus dem Blick zu verlieren.
Das einheitliche Vorgehen der politischen Gruppierungen zeigt, dass Sachargumente und Gemeinwohl vor Parteipolitik stehen.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Auch Vereine, Verbände und Privatpersonen haben die Möglichkeit, bis zum 14. November 2025 ihre Bedenken oder Anregungen zur geplanten Trasse bei der Regierung von Mittelfranken einzureichen.
Damit können sich alle Betroffenen aktiv in das Verfahren einbringen und zur Findung der bestmöglichen Lösung beitragen.

Gemeinderat Franz Josef Mühling: 

„Uns ist bewusst, dass die Energiewende leistungsfähige Stromnetze erfordert. Dennoch muss jede Planung die Lebensqualität der Menschen vor Ort berücksichtigen. Eine doppelte Belastung, wie sie durch die aktuelle Trassenführung für Niedermauk entstünde, kann aus unserer Sicht keine zukunftsfähige Lösung sein. Wir setzen uns daher für eine Variante ein, die technische Machbarkeit und den Schutz der betroffenen Ortsteile in Einklang bringt.“


Es berichtet:

Gemeinderat seit: Mai 2016

Mitglied:

Kontaktdaten:

E-Mail: info@fw-roettenbach.de